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Urologische Krankheitsbilder
Die Urologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Nieren und der ableitenden Harnwege (Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) sowie der männlichen Geschlechtsorgane (Penis, Hoden, Nebenhoden, Prostata, Samenblasen und Samenleiter). Dabei kommt es häufig zu Überschneidungen mit anderen Fachgebieten wie Nephrologie, Gynäkologie, Dermatologie oder der Allgemeinchirurgie.
Entzündungen
Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Entzündungen. Dazu gehören Nierenbeckenentzündungen, akute und chronische Blasenentzündungen und beim Mann zusätzlich Entzündungen der männlichen Geschlechtsorgane (Prostata, Hoden, Nebenhoden). Eine Aufgabe dabei ist die akute Behandlung, nicht weniger wichtig ist aber dann im Anschluss auch die korrekte Abklärung der jeweiligen Ursache. dazu stehen verschiedenste diagnostische Instrumente zur Verfügung, wie z.B. die Sonographie, die Endoskopie (Blasenspiegelung) oder verschiedenste Röntgendiagnostik, ggf. auch mit Kontrastmitteldarstellung der Nieren.
Auch spezifische Geschlechtserkrankungen (Syphilis, Gonorrhoe) werden mit vom Urologen behandelt.
Steinerkrankungen
Nieren- und Harnleitersteine sind oft auch als Wohlstandserkrankung benannt, da die Anzahl der Steinerkrankungen immer dann zunimmt, wenn es den Menschen besonders gut geht. Umgekehrt finden sich in schlechten, z.B. in Nachkriegszeiten deutlich weniger Steinerkrankungen. In den allermeisten Fällen besteht zwar eine Veranlagung zur Steinbildung, eine echte Stoffwechselerkrankung liegt jedoch nur sehr selten vor. Wichtig ist neben der akuten Behandlung z.B. im Rahmen einer Nierenkolik ist eine Anpassung der Lebensgewohnheiten (Ernährungsumstellung, genügend Flüssigkeitszufuhr, ausreichend körperliche Bewegung), da bei bestehender Veranlagung ein hohes Risiko besteht, erneut Steine zu bilden.
Kleinere Steine haben eine hohe Chance, von alleine abzugehen, wobei dies häufig mit mehr oder weniger starken „Koliken“ einhergehen kann. Größere Steine bedürfen dann meist einer „Hilfe“ vom Urologen. Dazu stehen verschiedenste Maßnahmen zur Verfügung. Neben „minimal invasiven“ Techniken wie der perkutanen (Punktion durch die Flanke) und endoskopischen (Harnleiterspiegelung) Steinbehandlung ist die ESWL (extrakorporale Stoßwellenbehandlung) ein etabliertes Verfahren. In wenigen Fällen ist jedoch auch heute noch eine offene Operation nötig, oft in Kombination mit einer der Anfangs genannten Technik.
Harninkontinenz
Auch die Abklärung und Behandlung der Harninkontinenz ist u.a. die Domäne des Urologen. Dabei ist es wichtig, durch geeignete Untersuchungen den genauen Charakter der Inkontinenz zu bestimmen. Ja nach Form ist dann eine medikamentöse oder operative Therapie möglich. Während primär hauptsächlich Frauen von der Harninkontinenz betroffen sind, leiden zunehmend auch Männer nach entsprechenden operativen Eingriffen (z.B. Radikaloperation bei Prostatakrebs) darunter.
Der Männerarzt
Der Urologe gilt auch als „Gegenstück“ zum Frauenarzt, als sog. Männerarzt, da viele Leiden spezifisch für Männer sind. Dazu zählt auch die gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse). Im Anfangsstadium meist gut medikamentös zu behandeln stehen im fortgeschrittenen Stadium operative Methoden im Vordergrund. Dabei wird das vergrößerte Drüsengewebe transurethral (durch die Harnröhre ohne offenen Schnitt) mit einer elektrischen Schlinge oder einem Laserstrahl abgetragen. Bei sehr großen Drüsen erfolgt die Entfernung über einen offenen Bauchschnitt.
Alle Aspekte der Männergesundheit sowie die Problematik des Mannes im Alter („Aging Male“) werden vom Urologen abgedeckt. Dazu gehört auch die Abklärung/Behandlung von Potenzstörungen oder Fertilitätsstörungen (unerfüllter Kinderwunsch).
Krebserkrankungen in der Urologie
Neben den oben aufgeführten gutartigen Erkrankungen ist die Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen (einschl. Vor- und Nachsorge) ein bedeutender Schwerpunkt einer urologischen Tätigkeit. Dazu zählen bösartige Erkrankungen der Nieren und Harnleiter, der Harnblase, der Prostata, der Hoden und des Penis. Stehen zunächst meist operative Behandlungsstrategien im Vordergrund ist ergänzend oder bei fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankungen auch eine enge Kooperation mit Kollegen der Onkologie und der Strahlentherapie wichtig, um den Patienten ein suffizientes Gesamtkonzept anzubieten.
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